Die historische Entwicklung unserer Orgelbauwerkstatt

Gehen Sie mit uns auf eine Zeitreise in der langen Tradition unserer Orgelbauwerkstatt und klicken Sie direkt auf der Zeitleiste in die Epoche, die Sie besonders interessiert:

1838: Ph. Furtwängler

1883: Furtwängler & Hammer


Adolf Hammer Furtwängler und Hammer

Adolf Hammer, geb. am 6. April 1854 in Herzberg im Harz, war Lehrling in der Werkstatt von Philipp Furtwängler und erwarb ein umfangreiches Wissen. Bevor er Teilhaber der Firma wurde, war er im Raum Breslau selbstständig.

Die Firma nannte sich nun: P. Furtwängler und Hammer — Hannover.

Das Grundstück der Werkstatt wurde aber bald von der sich ausweitenden Firma Continental-Gummi zu einem guten Preis aufgekauft, so dass vom Erlös eine größere Werkstatt vor den Toren Hannovers an der Celler Straße gebaut werden konnte.

In diesen Jahren einer blühenden Orgelbauzeit wurden neue Ideen und Technologien aufgenommen und umgesetzt. Es entstanden Orgelwerke mit zunächst mechanischen, dann pneumatischen Kelgelladen, danach Orgelwerke mit Taschenladen und Röhrenpneumatik. Alle diese Orgelbauwerke wurden mit ausgesuchten Materialien und bewunderter Leichtigkeit und Präzision gebaut, die zum Teil noch heute spielen: mit originalen Spiel- und Windanlagen und auch Gehäuseprospekten.

Im Jahre 1914 entstand in der Stadthalle zu Hannover ein von der Fachwelt bewundertes Orgelwerk mit 124 klingenden Registern und 117 einzelnen Spielhilfen - die größte Orgel aus unserer Werkstatt. Höchste Anerkennung fanden die präzise Röhrenpneumatik mit vierfach gestaffelten Winddrücken auch zum 30 m entfernten Fernwerk, die rein pneumatisch funktionierende viermanualige Spieltischanlage mit Doppelfunktion (von Hand und Fuß) sowie der gewaltige, dynamische orchestrale Klang vom zartesten ppp bis zum stärksten fff, mit vier Charaktergruppen, sechs freien Kombinationen, 18 Normal-, Super-, Sub- und Rückkoppeln und 89 weiteren Einzelschaltungen.


Brandbomben des 2. Weltkrieges haben die gesamte Taschenladen-Orgel mit 8225 Pfeifen und 20 km Bleirohren der Röhrenpneumatik restlos zerstört.


Die Gedanken der im I. Weltkrieg steckengebliebenen Elsässischen Orgelreform fanden Wiederaufnahme in der 1926 von uns erbauten 3manualigen St. Marien-Orgel zu Göttingen unter der Leitung von Dr. Christhard Mahrenholz. Nach Paul Smets ist in Wirklichkeit die Orgelreform von hier ausgegangen und hat den Orgelbau über die Grenzen Europas hinaus auf das Stärkste beeinflusst.


Walter, Adolf und Emil Hammer

Nach dem Tode von Adolf Hammer im Jahre 1921 übernahm sein Sohn Walter Hammer, geb. am 07. Juli 1901, in wechselvollen und von Weltwirtschaftskrisen geprägten Jahren die Orgelbauwerkstatt mit einer Belegschaftsgröße von ca. 120 Menschen. Von ihnen waren aber zu keiner Zeit mehr als 40 Orgelbauer beschäftigt. Die Mehrzahl waren Kunstschreiner, Dreher und Bildhauer.


Die ersten großen Orgelwerke dieser aus dem Barockzeitalter wiederentdeckten Dispositions- und Mensurationskunst bauten wir:

  • 1928 im Dom zu Königsberg mit 68 Registern
  • 1934 in der Dreifaltigkeitskirche zu Hannover mit 54 Registern
  • 1937 in der Neustädter Kirche zu Bielefeld mit 74 Registern

Der II. Weltkrieg zerstörte mit der Masse der Spreng- und Brandbomben die ganze Werkstatt in der Celler Straße/Ecke Steinriede, aus der nicht nur das Bau-Archiv, die großen Zinn-Hobelmaschine und mehrere Tonnen Zinn und Blei gerettet wurden.